Basketball News

Auf der Jagd nach Fantasypoints

Montag, 26. Oktober 2009

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Es klingt schon fast nach einem FBI-Auftrag: Finde die Sleeper. Gemeint sind jedoch keine vermeintlichen Terroristen, sondern die NBA-Profis, die in der neuen Saison den größten Sprung machen oder gar aus den Tiefen der Colleges wie Phönix aus der Asche schießen und es zu großem Ruhm bringen. Händereibend sitzen in den kommenden Wochen all diejenigen früh morgens vor den Monitoren, die diese Spieler gepickt haben - für ihr Fantasy-Team. Aber was macht diese kleine Basketball-Parallel-Welt eigentlich so besonders? Und nach welchen Regeln wird hier gespielt? BVSA-Medienteam Mitglied Christian Kattner, selbst seit Jahren Fantasy-Zocker, gibt einen Einblick.


2009-kattner-christian-autorAuch in diesem Jahr startet neben der regulären NBA- die dazugehörige Fantasy-Saison. Präsentiert wird das Ganze in Deutschland vom Basketballmagazin FIVE und kickz.com. Landesweit hat sich in den vergangenen Jahren eine treue Anhängerschaft herauskristallisiert. NBA-Fans denen es einfach zu wenig ist, sich nur die Spiele, über welche Kanäle auch immer, reinzuziehen, sondern sämtliche Statistiken eines (fast) jeden Spielers im Kopf zu haben. Schließlich sind die nackten Zahlen auch in der virtuellen Welt verantwortlich für Erfolg - oder eben Misserfolg.

Auf zahlreiche Kleinigkeiten gilt es dabei schon beim Zusammenstellen des Teams zu achten. 60 Millionen Dollar müssen reichen, um sich insgesamt 15 Spieler zu kaufen. Die sind natürlich schnell ausgegeben, will man Le Bron James, Chris Paul und Dwight Howard sein “Vertrauen” schenken. Und so gilt es eben nach den Sleepern Ausschau zu halten. Die Jungs, von denen man glaubt, die lassen es in dieser Saison so richtig krachen.

Suche nach dem besonderen Spieler

Ganz oben auf der Liste stehen da beispielsweise “Agent Zero” Gilbert Arenas. Vergangene Saison lange Zeit außer Gefecht, heimste er wenig “Fantasy-Points” ein. Davon so viel wie möglich zu sammeln, ist natürlich auch in diesem Jahr das Ziel. So auch für ein paar basketballverrückte Spieler aus Sachsen-Anhalt. In seiner Rookie-Saison schaffte es beispielsweise HSC-Spieler Jörg Soyk auf Platz 586 des Managerspiels. “In diesem Jahr will ich unter die besten 500″, so das erklärte Ziel des Flügelspielers.

Doch auch seinen ehemaligen WG-Kollegen Thomas Weidig a.k.a. Mutscha will er dieses Jahr ins Visier nehmen. Dabei setzt der Chris Anderson-Fan (nicht der Sixers-Spieler, sondern der Birdman aus Denver) auf  “Greg Oden, Courtney Lee oder Aaron Brooks”. Jungs, die es wohl in so manchen Kader schaffen dürften. “Man muss aber auch die Spieler finden, die nicht jeder in seinem Team haben wird”, spricht Fantasy-Game-Experte Thomas Weidig aus jahrelanger Erfahrung. Und die hat ihn in der vergangenen Saison auf Platz 246 gespült.

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Für alle, die tief eintauchen wollen in die Fantasy League Szene gibt es zahlreiche Info-Seiten im Netz.

Neben seiner Routine sind es aber auch die neuesten Informationen, die vor bösen Überraschungen zu Saisonbeginn schützen. Schnell kann man einem Fehlgriff an der Backe haben. Leidvoll erfahren musste dies Ex-HSC-Akteur Samir Zeghida, als der sich in der vorletzten Saison für Jalen Rose entschied, ohne zu beachten, dass dieser verletzt war. Also in dieser Saison die Finger weg von Yao Ming - es sei denn man steht darauf Yao im Training gerufen zu werden.

Sollte es zu Beginn der Saison doch zu einem solchen Griff in die Kloschüssel kommen, ist der Ärger doppelt groß. Schließlich ist das Tradefenster bis zum 15. November zugenagelt. Erst dann hat man die Möglichkeit, auf eigene Fehler oder Verletzungen zu reagieren. Im Dezember gibt es auch die erste Anpassung in punkto Spielerwerte (Gehalt für einen Spieler). Zurücklehnen und auf getaner Arbeit ausruhen, sollte man bis dahin hingegen tunlichst vermeiden.

Auch wenn die Startphase durchaus wichtig ist, so kackt die Ente auch in der Fantasy-Saison erst am Ende. “Man muss seine Trades sinnvoll einsetzen”, weiß auch Thomas Weidig, “ein Blick auf die Anzahl der Spiele ist ganz wichtig.” Und da weiß man als Insider natürlich, dass im November beispielsweise der Zirkus in Chicago seine Zelte aufschlägt, die Bulls deshalb wie immer die wenigsten Partien zu Beginn der Saison zu bestreiten. Und die startet in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (Mitteleuropäischer Zeit) in ihre neue Spielzeit.

Anmeldung noch möglich

Genau bis dahin kann man sich noch bei Crossover-Online anmelden und sein eigenes Team zusammenstellen. Und da Basketball ja bekanntlich eine Teamsportart ist, muss man nicht nur als Einzelkämpfer unterwegs sein, sondern kann sich einer Liga anschließen. So wird es in diesem Jahr erstmals eine “BVSA-LIGA” geben, der sich jeder anschließen kann. 14 Spieler groß ist die Divison mittlerweile und auch die Fantasy-Größen wie Mutscha oder Soykbert wollen neben ihrer Einzelplatzierung auch mit dem BVSA möglichst weit vorne landen. Und wenn jeder seinen Auftrag erfüllt hat und genügend Sleeper entdeckt hat, dürfte es auch weit nach vornegehen.

Die beiden Erstplatzierten der BVSA-Liga dürfen übrigens mit einem schicken Preis rechnen. Der aber hat dann wieder etwas mit der realen Welt des Basketballs zu tun.


Christian Kattner gehört zum BVSA-Medienteam, lebt in Dessau und kann per Mail erreicht werden.