
Insgesamt 41 aktive Vereine sind in der Spielzeit 2009/10 im Basketball Verband Sachsen-Anhalt registriert. Drei von ihnen gehen dabei erstmals auf Korbjagd, könnten aber unterschiedlicher nicht sein: Währen die “Basketballgemeinschaft Aschersleben Tigers” ein Zusammenschluss der bisherigen Vereine in Quedlinburg und Aschersleben darstellt, wurde die Basketball-Tradition in Bernburg und Salzwedel wieder neu belebt. bvsa.de stellt die drei “Neuen” etwas genauer vor.
Ein Sieg als Traum - PSV Salzwedel
Den Spaß am Basketball wecken - so lautet das Saisonziel des PSV Salzwedel, der seit dieser Saison wieder aktiv am Punktspielbetrieb teilnimmt. Nach mehreren Jahren ohne aktive Mannschaft gehen jetzt wieder zwei Jugendmannschaften aus der Altmark auf Korbjagd. Die von Holger Sigg trainierte U17-Mädchenmannschaft spielt in der Landesliga, während das männliche U16-Team (großes Foto) in der Bezirksliga startet. Betreut wird letzteres von Reinhard Geratz, der bis zur Saison 2007/2008 selbst basketballerisch für Kalbe/Milde in der Regionalliga aktiv war und dann von seinem zweiten Kreuzbandriss gezwungen wurde, die Spielerkarriere zu beenden.
Für Geratz ein sportlicher Schicksalsschlag, für den Salzwedeler Basketballnachwuchs jedoch ein glücklicher Umstand - denn der heutige Trainer nahm sich vor, dort Jugendmannschaften zu gründen und seinen Spaß am Basketball weiterzugeben. Ein von ihm angebotenes Basketballtraining sowie das Werben im Schulsportunterricht zeigten Wirkung, und so freut sich Sektionsleiter Geratz heute mit zahlreichen Basketball-Neulingen im PSV Salzwedel auf die Spielzeit.
„Unser oberstes Ziel ist es, den Spielbetrieb abzusichern”, blickt Geratz voraus und freut sich darauf, jungen, noch unerfahrenen Talenten eine Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln. Die beiden PSV-Teams, die ihre Heimspiele in der Sporthalle der Lessing-Ganztagsschule in der Salzwedeler Lindenallee austragen, wollen noch mehr Jugendliche und auch Übungsleiter für ihren neuen Lieblingssport gewinnen, um somit die Sektion Basketball des PSV Salzwedel zu vergrößern.
Der Verein ist sportliche Heimat für 120 Mitglieder aus den Sportarten Schießen, Judo, Leichtathletik und Volleyball. „Nicht Tabellenletzte zu werden wird für unsere Teams sicher schwer. Insgeheim träumen wir natürlich von mindestens je einem Sieg der Mannschaften”, schaut Geratz hoffnungsvoll in die Zukunft und ist schon jetzt voller Vorfreude auf den Jubel nach spielentscheidenden Punkten.
Zusammen stark im Westen - BG Aschersleben Tigers
Völlig neu entstanden zu Beginn der Saison 2009/2010 ist die Basketballgemeinschaft Aschersleben Tigers. Dazu schlossen sich die beiden leistungsstärksten Vereine des Bezirks West, der BC Aschersleben Tigers und die TSG Guths Muths Quedlinburg, zusammen. „Die Verantwortlichen von Guths Muths kamen auf uns zu und fragten, ob wir nicht eine Spielgemeinschaft gründen wollen. Und da sich durch die Vereinigung für beide Seiten viele Vorteile ergeben, haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen”, sagt Rüdiger Havlitschek, sportlicher Leiter der Aschersleben Tigers.
Die Tigers schicken in der aktuellen Spielzeit sechs Teams - allesamt Herrenmannschaften - in den Spielbetrieb: Im Erwachsenenbereich will die erste Mannschaft in der zweiten Regionalliga das Podium erreichen, die Zweite strebt in der Oberliga einen mittleren Tabellenplatz an. Die jungen Wilden der Tigers, ein U20- und ein U18-Team, haben sich jeweils den ersten oder zweiten Platz in der Bezirksliga zum Ziel gesteckt. Die Favoriten zu ärgern - das hat sich die Landesliga-U16 vorgenommen, welche aus vielen in die höhere Altersklasse aufgerückten Spielern besteht. Die U14 möchte am Ende der Saison Platz vier der Bezirksliga erreichen.
Die zweite Herrenmannschaft der BG ist eine ehemalige Quedlinburger Mannschaft, die mit talentierten Ascherslebener Nachwuchsspielern ergänzt wird. Deren Heimspiele werden zumeist in der Bodelandhalle in Quedlinburg zu bejubeln sein. An zwei Spieltagen ist außerdem geplant, die Heimspiele der zweiten und ersten Mannschaft direkt hintereinander im Sport- und Freizeitzentrum „Ballhaus” in Aschersleben auszutragen. Alle weiteren Teams neben der zweiten Mannschaft bestehen hauptsächlich aus Ascherslebener Akteuren, deren sportliche Heimat das „Ballhaus” ist.
„Im Damenbereich sind wir leider nicht mehr aktiv. Wir bekamen irgendwann keine spielfähige Mannschaft mehr zusammen und so ist unser Damenbasketball einfach eingeschlafen”, so der sportliche Leiter der Tigers. Zwar spielen derzeit drei Mädchen in der U14 der Basketballgemeinschaft, „aber ein Damenteam bei den Erwachsenen ist momentan nicht in Sicht.”
Trotzdem hofft der Verein auf neue Mitglieder. „Wir haben in diesem Jahr erstmals jemanden, der bei uns im Verein ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert und sich um die Mitgliedergewinnung kümmert”, erzählt Havlitschek. In die Zukunft blickt Havlitschek, der mit seiner ersten Mannschaft mittelfristig von der Rückkehr in die erste Regionalliga träumt, recht optimistisch: „Ich würde mich freuen, wenn die Basketballgemeinschaft erhalten bleibt und vielleicht auch über das eine befristete Jahr hinaus Bestand hat. Denn momentan sind wir ganz zufrieden mit unserer Zusammenarbeit.”
10 Damen und 12 Männer - Bernburg Baskets
Basketball in Bernburg ist eigentlich nichts Neues. In der Bruno Hinz-Sporthalle gingen die Bernburger als Abteilung des SV Anhalt schon jahrelang auf Korbjagd. “Da wollen wir auch irgendwann wieder hin”, schaut Nico Pastor-Käppner in die Zukunft. Er ist Vereinsvorsitzender der neu gegründeten Bernburg Baskets. Und wie es scheinbar in Mode zu kommen scheint, ist das noch längst nicht alles. Ganz nebenbei ist er auch noch Trainer beider Mannschaften im Verein sowie Teilzeitspieler.
Ungewöhnlich ist vor allem die Teamzusammenstellung bei den Baskets. Die Damen spielen in der Oberliga, die Herren in der Bezirksliga Nordwest. Eine ungewöhnliche Konstellation für einen Neuling. Aber ganz so neu sind die Bernburger gar nicht. Vor allem sind es eben nicht nur Basketballer aus der Saalestadt. Die Damen haben ihren Ursprung in Güsten. “Wir waren dort als Team aber unzufrieden und haben uns nach anderen Möglichkeiten umgeschaut”, erzählt Pastor-Käppner.
Einen Partner fand man in Bernburg. Die dortigen Herrenbasketballer fühlten sich “wie das fünfte Rad am Wagen” und standen der Vorstellung eines eigenständigen Vereines demzufolge offen gegenüber. “Und so haben wir uns als Basketballer dann zusammengeschlossen”, erklärt das Vereinsoberhaupt den kurzen Weg zum neuen Verein. Der stehe aber erst am Anfang.
“Wir wollen irgendwann mal ein größerer Verein mit einigen Nachwuchsmannschaften sein”, so Pastor-Käppner. Das Interesse soll dabei an den Schulen der Region geweckt werden und so nach und nach ein funktionierender Verein entstehen. Doch erst einmal müssen die Saisons der Damen und Herren absolviert werden. Und da sind die Ziele recht unterschiedlich. Während er mit seinen zehn Damen einen Mittelfeldplatz anstrebt, setzt Nico Pastor-Käppner die Messlatte bei seinen zwölf Herren schon etwas höher: “Wir wollen schon oben mitspielen. Das Potenzial ist durchaus vorhanden.” Und wenn es eben mal nicht so gut läuft, kann er sich als Spieler ja auch selber einwechseln - zumindest bei den Herren.
Caroline Große gehört zum BVSA-Medienteam, lebt in Mühlsdorf bei Zerbst und Riesa und kann per Mail erreicht werden.