Am ersten Septemberwochenende hatte der Verband erneut zu einer Sichtung die Jungen des Jahrgangs 1996 und jünger nach Halle eingeladen. Nachdem im Sommer in Osterburg nur einige Akteure anwesend sein konnten, wollte der BVSA es sich nehmen lassen, doch noch die Besten aus Sachsen-Anhalt aufzuspüren.
Dieser Extratermin war also als Angebot an die Verhinderten des Sommers gedacht und wurde auch entsprechend mit Interesse wahrgenommen. Es waren schließlich 16 Spieler, die sich den nochmaligen Tests stellten.
Mit dem Einsatz und auch den gezeigten Leistungen zeigten sich die Trainer Steinwerth und Vogt durchaus zufrieden: „ Alle Spieler zeigten, dass sie in diese Auswahl hinein wollten. So waren Einsatzbereitschaft und Wille nie ein Problem, was schon in diesem jungen Alter bemerkenswert ist.”, lobte das Trainergespann im Anschluss. „Außerdem sind die gezeigten Leistungen vor allem in Sachen Spielfähigkeit durchaus ansprechend. Hier fehlen zwar einige Grundlagen, aber die Kreativität der Jungs spricht für das gute Potenzial in den Jahrgängen 96 und jünger.”
Nach zwei Tagen Training und dem abschließenden Besuch des Endspiels um den HAL-Plus Cup der „SV Halle Lions” konnte so ein positives Fazit gezogen werden. Die Auswahl Sachsen-Anhalts für das ING DiBa Projekt „Talente mit Perspektive” des DBB und die Mitteldeutsche Auswahl besteht nun aus 13 Jungen, die sich regelmäßig zu Stützpunkt-Terminen zusammen finden werden.
Folgende Akteure wurden zu den weiteren Trainings nominiert:
Andreas Obst (USV Halle/ Jg. 96); Linus Wascher (Baskets Wolmirstedt/96); Valtenin Arndt (USV/96); Vincent Lohmann (USV/96); Henning Eichhorn (MBC Weißenfels/96); Fidel Arzberger (USV/96); Noah Schäffel (MBC/96); Dominic Huth (MBC/97); Yannik Grupe (BG Magdeburg/97); Niklas Jüttner (USV/97); Alexander Herrmann (MBC/97); Henrik Dohms (BG MD/98); Niklas Radestock (USV/98)
Christian Steinwerth, BVSA-Pooltrainer
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Wenn am heutigen Montagabend für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Männer mit der Partie gegen Frankreich (ab 19 Uhr live/DSF) die Europameisterschaft in Polen beginnt, dann steht die Auswahl von Bundestrainer Dirk Bauermann erstmals seit zehn Jahren vor der Aufgabe, ohne Superstar Dirk Nowitzki gegen den Rest des Kontinentes zu bestehen. Die junge, neu zusammengestelle Mannschaft weckt viele Hoffnungen - aber kann sie denen auch gerecht werden? Wir haben im BVSA-Land herumgefragt, was Femerling, Hamann und Co. zugetraut wird.
Björn Harmsen, Trainer Mitteldeutscher BC, Weißenfels
Ich freue mich, dass in diesem Sommer einige junge Spieler in die Nationalmannschaft aufgerückt sind. Sie werden in ihrer neuen Rolle wachsen und viel Energie mitbringen. Es gibt immer noch ein paar erfahrene Spieler, die Verantwortung übernehmen können. Nowitzki ist mit Sicherheit nicht zu ersetzen, aber mit viel Leidenschaft und intensiver Verteidigung kann auch dieses Team gewinnen.
Oliver Krause, FIBA-Schiedsrichter, Halle
Ehrlich gesagt denke ich dass es eine Frage ist, welcher Druck auf der Mannschaft lastet. Schafft es die Mannschaft von Dirk Bauermann befreit aufzuspielen, ist ein Platz unter den ersten zehn drin. Aber mehr denke ich nicht. Das Team ist jung und hat viel Potenzial für die Zukunft. Von einer direkten Qualifikation für die WM mag ich nicht zu sprechen. Dafür wäre Platz sechs nötig.
Christian Steinwerth, BVSA-Pooltrainer, Magdeburg
Ich finde die momentane Entwicklung sehr interessant. Ohne Nowitzki ist es sicherlich sehr schwer bei der EM, aber der 88/89er Jahrgang mit Günther, Pleiß, Harris und Benzing hat viel Potenzial. Das Team kann eigentlich nur gewinnen - egal welche Platzierung am Ende herauskommt. Auf jeden Fall braucht die Mannschaft etwas Zeit, um vielleicht dann 2012 in London wieder vorne dabei zu sein. Und die jungen Spieler müssen in der BBL und Pro A/B ran dürfen, damit sie sich entwickeln!
Martin Geissler, Geschäftsführer Mitteldeutscher BC, Weißenfels
Ich denke für die deutsche Nationalmannschaft wird es sehr schwer werden, sich in der EM gegen den amtierenden Europameister Russland und Frankreich durchzusetzen und sich damit für die nächste Runde zu qualifizieren. Selbst gegen Lettland könnte es ohne Nowitzki schwer werden. Dennoch bin ich überzeugt, dass das junge Team von Coach Bauermann eine Menge Potenzial für die Zukunft hat. Vielleicht hilft ja gerade die EM dabei, die jungen Spieler noch schneller weiterzuentwickeln.
Norman Gunkel, Geschäftsführer BVSA, Dessau
Um sich in der Vorrunde für die Zwischenrunde zu qualifizieren wäre ein Sieg gegen Lettland Pflicht. Dieses Spiel wird für das Weiterkommen entscheidend sein. Und ich hoffe, dass wir dieses Match gewinnen, befürchte aber, dass wir dies nicht tun. Damit wäre nach der Vorrunde die EM 2009 in Polen für Deutschland Geschichte.
Peter Kortmann, Trainer Halle Lions, Halle
Ich habe die Mannschaft beim Länderspiel in Dessau gegen Serbien gesehen und bin davon überzeugt, dass es gut war, dass es in der Nationamannschaft den Schnitt gegeben hat, der auch eine große Chance ist. Als Zielsetzung für die EM sehe ich nicht eine Platzierung, sondern eine positive Entwicklung des jungen Teams. Sie sollten allerdings in der A-Gruppe bleiben, aber diese Qualität haben sie allemal. Wenn Nowitzki irgendwann mal wieder dabei ist, wäre das toll, aber er wird auch nunmal nicht mehr die nächsten zehn bis zwanzig Jahre für Deutschland spielen.
Anja Petermann, Jugendwart BVSA-Vorstand, Halle
Ich glaube, dass für die deutsche Mannschaft in der Vorrunde Schluss sein wird. Das Team erscheint mir zu unerfahren, ganz einfach, weil die neuen jungen Akteure in ihren Teams bisher zu wenig Spielzeit hatten. Generell denke ich, dass man auch ohne Dirk Nowitzki einen Führungsspieler benötigt, doch der fehlt. Und dann ist da ja noch die Konkurrenz, die alles andere als schwach ist. Auf der anderen Seite: Ich irre mich auch gern und drücke dem Team fest die Daumen!
Die Stimmen sammelten Christian Huhn, Alexander Schultz und Thomas Schaarschmidt.
Neues Team - neues Glück. Geht es nach den Wünschen der Fans, muss das Saisonziel der Erstligabasketballerinnen der Halle Lions deutlich erhöht werden. Denn trotz jeder Menge Abgänge haben die Löwinnen für die neue Saison, die am 26. September beginnt, auch stark nachgelegt. Am Wochenende steht der erste große Gradmesser auf dem Programm. Beim hochkarätig besetzten 3. HALPLUS-Cup erwarten die Halle LIONS drei starke Gegner.
Team ist gewachsen
Sieben Abgängen stehen in der neuen Saison sage und schreibe zwölf Neuzugänge gegenüber. Erfolgscoach Peter Kortmann konnte, trotz internationalen Angeboten, an der Saale gehalten werden. Mit ihm soll das Konzept “Mit dem Nachwuchs in die Spitze” vorangetrieben werden. So gibt es für die neue Saison die Formel 10+6. Zehn Profis und Semiprofis bilden das Gerüst des Teams, sechs Jugendspielerinnen bilden die Beilage.
Und die ist durchaus gut besetzt: Mit Julia Kohlmann, Laura Hebecker, Maria Uhlenhaut und Anna Heise stehen vier der Nachwuchs-Korbjägerinnen in den bundesdeutschen Auswahlteams. Hinzu kommen mit Theresa Jandke und Karen Jakobs weitere Talente, die bereits in der vergangenen Saison im Erwachsenenbereich auf sich aufmerksam machen konnten. Für alle sechs geht es darum, sich weiterzuentwickeln und für die Bundesliga anzubieten.
Schaut man auf die neue Mannschaft fällt als erstes der Größenunterschied zum Team, welches in der vergangenen Saison sensationell Platz vier erspielte, auf. War in der Vorsaison Centerin Tamara Tatham, die gemeinsam mit Nadja Prötzig zum Rekordmeister Wasserburg wechselte, mit 1,85 Meter noch die Größte, verfügen die neuen LIONS nun über zwei 1,90er.
Jenny Sommer wechselte vom Zweitligisten Berlin Baskets ebenso nach Halle wie die Tschechin Barbora Homolova, die zudem einen “wertvollen” deutschen Pass besitzt. Mit der neuen US-Amerikanerin Jennifer Bender, der aus Göttingen gewechselten Slowakin Michaela Abelova und der wieder zum Kapitän gewählten Andrea Damm (vormals Krug), stehen Peter Kortmann weitere große Spielerinnen zur Verfügung. Ob sich damit auch das Spielsystem ändert, will der Löwen-Dompteur noch nicht verraten. “Auf jeden Fall haben wir jetzt mehr Möglichkeiten”, schaut er aber nicht unglücklich voraus.
Auf allen Positionen gut besetzt

Auch für den Nachwuchs im Einsatz: Am Rande des Länderspiels in Dessau Mitte August betätigten sich Amanda Rego (rechts) und Neuzugang Jennifer Bender als Trainerinnen eines Mädchencamps.
Im Aufbau dürfte weiter Amanda Rego wirbeln, die in der abgelaufenen Saison in der 1. Liga zum “Guard of the Year” gewählt wurde. In ihrem Schatten lauert mit Katja Lippmann aus Hagen eine junge Spielerin auf ihre Einsatzchancen. Die bosnische Nationalspielerin Lejla Bejtic dagegen wird wohl auf jede Menge Einsatzzeiten kommen. Die robuste Spielerin ist universell einsetzbar und sollte zu den Highlights der neuen Saison zählen. Mit Wirbelwind Katrin Hübner und der aus Leipzig kommenden Caroline Sterner stehen weitere erstligaerfahrene Damen im Team. “Wir können auf allen Postionen vier verschiedene Spielerinnen agieren lassen”, setzt der Trainer daher auf Variabilität.
Insgesamt scheinen Halles Löwinnen stärker besetzt als im Vorjahr, wobei der Abgang von Tamara Tatham dennoch schmerzt. “Sie hatte große Qualitäten, aber auch sie kannte vor der Saison keiner”, hofft Kortmann, dass auch in dieser Saison seine Neuen ordentlich für Aufmerksamkeit sorgen. Und so hofft man an der Saale auch, dass auch so manche Jugendspielerin für Furore sorgen kann. Favoritin für eine ordentliche Rolle im Team ist wohl derzeit Julia Kohlmann, die im Training und in den Testspielen bislang einen guten Eindruck machte.
Überhaupt wehte in der halleschen Burgstraße bislang ein frischer Wind. “Das Team passt schon ganz gut”, glaubt Kortmann und lächelt verschmitzt. Seit Anfang August wird bereits trainiert - womit in Halle mit die längste Trainingsphase der Liga stattfindet. Mit welchem Ziel? “Wir wollen wieder die Play-Offs erreichen und unsere Jugendspielerinnen an die Liga heranführen”, so die offizielle Zielstellung, die Trainer und Vorstand herausgeben. So manche Spielerin träumt jedoch von deutlich mehr.
Zwei träumen vom Titel
Während Caroline Sterner die Plätze eins bis drei ins Visier nimmt, glaubt Michaela Abelova an den Titel. Also beide Spielerinnen, die von anderen Erstligateams an die Saale wechselten, um hier “Champion” (so Abelova) zu werden. Sogar das größte Volksfest in Halle, das Laternenfest, musste aus dem Kalender gestrichen werden. Grund: Das einzig freie Wochenende in der Sportschule Osterburg. Hier schuftete das Team drei Tage lang für die kleinen und großen Saisonziele.
Nun steht mit dem eigenene HALPLUS-Cup der wichtigste Test vor dem Saisonbeginn Ende September an. Vom 4. bis 6. September kämpfen dabei im “Löwenkäfig” Sporthalle Burgstraße beim traditionellen Basketball-Vorbereitungsturnier. Neben den gastgebenden Löwinnen, die in der abgelaufenen Erstligasaison Platz Vier belegten, können sich die Zuschauer auch auf den Erstligafünften WWK Donau-Ries mit mehreren deutschen Nationalspielerinnen, den tschechischen Erstligateam BK Lokomotiva Karlovy Vary und den polnischen Vizemeister und Europacupstarter AZS-PWSZ Gorzow freuen.
Für die LIONS sollte es ein wichtiger Fingerzeig sein, wohin es in der neuen Saison hingeht.
Spielplan HALPLUS-Cup 2009
Freitag, 04.09.2009 18:00 SV Halle LIONS - BK Lokomotiva Karlovy Vary
Freitag, 04.09.2009 20:00 AZS-PWSZ Gorzow - WWK Donau-Ries
Samstag, 05.09.2009 15:00 BK Lokomotiva Karlovy Vary - AZS-PWSZ Gorzow
Samstag, 05.09.2009 17:30 SV Halle LIONS - WWK Donau-Ries
Sonntag, 06.09.2009 11:30 WWK Donau-Ries - BK Lokomotiva Karlovy Vary
Sonntag, 06.09.2009 14:00 SV Halle LIONS - AZS-PWSZ Gorzow
Alexander Schultz