Wenn Ende September die Regionalligen in ihre neue Saison 2009/10 starten, dann wird der BVSA erneut gut vertreten sein: Denn obwohl beide Landesmeister aus Sachsen-Anhalt auf ihr Aufstiegsrecht verzichtet haben und der MBC II seine Reserve für den Erfolg in der BBL geopfert hat, gehen bei den Damen und Herren immer noch sechs BVSA-Mannschaften auf Korbjagd. Der Regionalliga Camp-Report stellt sie vor. Teil 1: Der Hallesche SC 96 in der 2. Regionalliga Ost.
Die Lage
Es klingt wie ein Kochrezept: Man wirft den Achtplatzierten der 2. Regionalliga als Grundzutat in einen großen Topf, mischt ein paar Stückchen des Siebtplatzierten der 1. Regionalliga unter und stellt einen neuen Koch an den Herd. Ob es am Ende ein lauwarmes Süppchen oder ein Drei-Sterne-Gericht wird, ist jedoch nicht klar, wenn sich der Hallesche SC 96 auf seine neue Saison vorbereitet.
Früh begann der neue Sternekoch (sprich: Trainer) Cornell Kairies mit der Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Nach dem Rückzug des MBC II ist der Herd, an dem er in der kommenden Spielzeit kocht, jedoch kein unbekannter. In vertrauter Umgebung in der Sporthalle Burgstraße löst er Martin Pelzl als Gesicht auf der Trainerbank ab. “Es war Zeit, dass den Job jemand anders übernimmt. Und mit Cornell Kairies haben wir einen der besten und talentiertesten Nachwuchstrainer in Sachsen-Anhalt bekommen”, freut sich Pelzl.
In Zukunft wird er das Geschehen als Abteilungsleiter und Geschäftsführer mit etwas Abstand verfolgen. Und noch ein paar Gesichter werden in der kommenden Saison nicht mehr dabei sein: Mit Martin und Thomas Weidig verlässt eines von ehemals drei Brüderpaaren die Regionalligamannschaft des HSC. Samir Zeghida wechselt zurück nach Schkeuditz. Am schwersten dürfte wohl der Abgang von Georg Dölle wiegen. “Sein Verlust ist eine starke Schwächung unter dem Korb”, weiß auch Kairies.
Die Neuen

Nach zwei Jahren bei den BSW Sixers wieder zurück in Sandersdorf: Alexander Rosanke. //Foto: André Kehrer
Insgesamt vier neue Spieler geben der Regionalliga- mannschaft des HSC ein frisches Gesicht. Cornell Kairies wird dabei wie schon beim MBC II die Rolle des Spielertrainers übernehmen. “Ich werde das erst einmal in Angriff nehmen und im Laufe der Saison entscheiden, ob ich weitermache oder nur noch coache.” So lange wie Neuzugang Lars Kahnt noch nicht richtig fit ist, wird man Kairies aber mindestens auf dem Parkett sehen. Kahnt als letztjähriger Spieler des MBC II wird aus beruflichen Gründen erst später in das Training einsteigen können. “Seine Rolle im Team wird sich deshalb erst im Laufe der Saison zeigen”, weiß auch Kairies.
Keine Diskussion über die Aufgabe in der Mannschaft gibt es hingegen bei Neuzugang Nummer drei: Alexander Rosanke. Trotz beruflicher Veränderung im Laufe der vergangenen Saison bei den BSW Sixers war er für 5,4 Punkte pro Partie in der 1. Regionalliga gut und brachte dort gerade von der Bank stets wichtige Impulse für das Offensivspiel. “Als Leistungsträger soll er auch bei uns eine wichtige Rolle einnehmen”, so Kairies, “außerdem kann er auch eine Führungspersönlichkeit für die jungen Spieler sein.”
Zusätzliche Erfahrung im Aufbau verspricht sich Kairies auch vom vierten Neuzugang. Mit Richard Heinicke, der ebenfalls vom MBC II zum HSC wechselte, kommt ein routinierter Mann für die Eins.
Rotation
Guards: Richard Heinicke, Sascha Meißner, Tim Voigt, Robert Dölle, Markus Krüger
Forwards: Cornell Kairies, Lars Kahnt, Alexander Rosanke, Jörg Soyk, Raiko Seifert, Florian Konnegen
Center: Christian Preuß, Kevin Weber, Henrik Lange
Prognose
Der achte Platz aus der vergangenen Saison sollte auf jeden Fall verbessert werden können. Vor allem in der Breite ist der Kader stärker geworden. Bis auf den Abgang von Georg Dölle, der eine große Lücke hinterlässt, hat sich der HSC verstärken können.
Doch wie schon in der vergangenen Spielzeit kann man eine wirkliche Prognose nur schwer treffen. An manchen Tagen ist der Stab der Verantwortlichen für die Sporthalle Burstraße größer als die Trainingsbeteiligung der Mannschaft. Aus beruflichen Gründen ist oftmals nur ein gemeinsames Teamtraining pro Woche möglich. Und auch die Fahrgemeinschaften in Richtung der auswärtigen Hallen dürften in ihrer Größe regelmäßigen Schwankungen unterliegen.
Ein Ass im Ärmel des HSC ist natürlich die große Erfahrung eines Großteils der Mannschaft. Dank der dürften die Hallenser nicht mal in den Dunstkreis der Abstiegsränge geraten. Und wenn, wie von Coach Kairies gewünscht, am Ende der Saison mehr Siege als in der vergangenen Saison herausspringen, könnte es auch durchaus weiter nach oben gehen. Mal abgesehen von Teams wie Cottbus oder Stahnsdorf II steht der Kader des HSC keinem Team in der Liga in etwas nach. Und deshalb sollte es zu einer Platzierung im oberen Drittel reichen.
Christian Kattner gehört zum BVSA-Medienteam, wohnt in Dessau und kann per Mail erreicht werden.