Heiß war es in der Sportstadt Dessau-Roßlau am vergangenen Sonntag. Sehr heiß sogar. Doch das hielt knapp 3.000 Fans nicht davon ab, in die Anhalt-Arena zu kommen, um dort Zeuge des Basketball-Länderspiel-Krachers zwischen Deutschland und Serbien zu werden. Doch die Partie, die das junge deutsche Team am Ende knapp mit 62:75 verlor, war nur der Höhepunkt eines verrückten Basketball-Tages, der in Dessau schon ab dem Vormittag in vier verschiedenen Hallen die Körbe wackeln ließ.
Mini-Sieger laufen mit Teams ein
Denn während in der Anhalt-Arena am frühen Morgen noch fleißig am passenden Umfeld für das Testspiel der Bauermann-Truppe gearbeitet wurde, flogen anderswo längst die Bälle durch die Gegend. Der Basketball Verband Sachsen-Anhalt hatte für diesen Tag gleich drei kleinere Events auf die Beine gestellt.
Der größe davon stieg in der Sporthalle des Berufsschulzentrums, in der sich zahlreiche Mini-Mannschaften um den BVSA-Pokal in zwei Leistungsklassen stritten. Guter Sport trotz früher Saisonphase - so kann man den Tag dort zusammenfassen. Gemanagt wurde das Turnier vom BVSA-Mini-Mann Florian Pätzolt, der am Ende auch fleißig und zurecht die Sieger abklatschte.
Der Pokal der Leistungsklasse eins ging an den BV Chemnitz, Rang zwei an den BC Dresden, Platz drei bis fünf (USV Halle, HSC 96, MBC) an Teams aus Sachsen-Anhalt.
Auch in der Leistungsklasse zwei gabs nen Auswärtssieg:Ganz vorn hier der BBC 90 Köpenick (Foto) vor SKV Meridian Magdeburg und dem BC Ottendorf-Okrilla. Lohn für die beiden Siegerteams: Einlauf mit den deutschen und serbischen Nationalspielern später in der Arena.
US-Girls beim Mädchencamp
Parallel zu den Minis hatten BVSA-Jugendwärtin Anja Petermann und Landes-Pooltrainerin Sandra Rosanke zu einem Mädchencamp gebeten- und sich dafür professionelle Unterstützung eingeholt: Mit Amanda Rego und Jenny Bender coachten zwei US-Profis der Halle Lions den Nachwuchs - was der begeistert aufnahm. “Es ging hier nicht so sehr um Leistungsbasketball, sondern einfach darum, den Mädels den Spaß am Basketball zu erhalten”, meinte Anja Petermann, “und das ist perfekt gelungen.”
Um Siege und Körbe wurde jedoch beim U16-Turnier gespielt. Vier Teams aus der Region duellierten sich unter den fachmännischen Augen von Orgchef Carsten Straube. Der Sieg ging an Zerbst, vor Zörbig, Wittenberg und den BSW Sixers. Auch diese Kids konnten sich am Ende über Freikarten für das Länderspiel freuen.
Young Guns für den DBB auf dem Feld
Das wiederum bot in Dessau eine beeindruckende Leistung - trotz der Niederlage. Bei
mittlerweile subtropischen Temperaturen in der Anhalt-Arena musste die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann nach großem Kampf in die 62:75 (13:19, 22:20, 16:18, 11:17)-Niederlage einwilligen. Die ING-DiBa-Korbjäger waren lange Zeit mit den stark agierenden Serben auf Augenhöhe, aber im Schlussviertel zu selten erfolgreich, um der Partie noch eine entscheidende Wendung zu geben.
Für das DBB-Team waren Heiko Schaffartzik (14 Punkte) und Robin Benzing (11 Punkte) die besten Werfer. Bauermann, das fiel auf, ließ vor allem die jungen Spieler auf das Feld - allein schon für den spektakulären Alley-Hoop von Elias Harris darf man ihm dafür danken.
Am Ende eines langen Tages war viel Schweiß, aber auch eine Erkenntnis die Stirnseiten der nahezu komplett versammelten Basketball-Gemeinde Sachsen-Anhalts entlang geronnen. “Wir mögen klein sein”, meinte BVSA-Vorsitzender Bernd von der Heide, “aber das heißt nicht, dass wir nicht auch Großes schaffen können.” Ein guter Satz für einen guten Tag in Dessau. Vor allem aber auch ein Satz, der gern auch für die kommende Saison im BVSA gelten darf. Dann aber bitte in etwas kühleren Hallen.